Rotes Höhenvieh

 

Rasse

 

Rassemerkmale:                                                   

  • einfarbig rotbraun, mittlere Größe                  
  • helle Hörner mit schwarzer Spitze                
  • das Flotzmaul (Nase) ist hautfarben                
  • kräftiges Fundament                                       
  • dunkle, harte Klauen                                       
  • helle Schwanzquaste                                                 
  • ausgeprägte Wamme                                                

 

Eigenschaften:

  • leicht kalbende, mütterliche Tiere
  • genügsam und anspruchslos   
  • robust und widerstandsfähig 
  • hervorragende Fleischqualität
  • langlebig  
  • gute Konstitution

 

Historisches

 

Der Ursprung dieser Rinder in Europa reicht bis ins Altertum zurück (sog. Keltenvieh). Im 18. und 19. Jahrhundert waren einfarbig rote Rinder weit verbreitet, Namen wie z.B. „Gasthaus zum Roten Ochsen“ weisen auch heute noch darauf hin.

 

Als Drei-Nutzungs-Rind (Zugkraft – Fleisch – Milch) konnte sich die Rasse mit der zunehmenden Industrialisierung und Intensivierung der Landwirtschaft bald nicht mehr behaupten. Der Bestand schrumpfte dadurch rapide und wurde durch Intensivrassen (Fleisch oder Milch) in unserer Region komplett verdrängt.

 

Im Jahre 1997 wurde das Rote Höhenvieh von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) zur „Gefährdeten Haustierrasse des Jahres“ erklärt.

Erst im Jahre 1999 begann die Wiederbelebung der Rotviehzucht in Bayern durch das vom Bayerischen Naturschutzfond geförderte und vom Landesbund für Vogelschutz ins Leben gerufene Pilotprojekt „Standortangepasste Landschaftspflege mit Rotvieh im Oberpfälzer Wald“. Dessen wesentlicher Bestandteil war die Herausstellung des Rotviehs als Genreserve und Kulturgut, sowie das Aufzeigen von Lösungswegen für Naturschutz und Landwirtschaft, die Bewirtschaftungskrise des Grünlands in vielen Mittelgebirgslagen zu lösen.

 

 

 

Eignung / Haltungsform

 

Das Rote Höhenvieh wird hauptsächlich in kleineren Nebenerwerbsbetrieben in der naturnahen und artgerechten Mutterkuhhaltung geführt, wofür diese Rasse prädestiniert ist.

 

Zur artgerechten Haltung zählt für uns der Einsatz von Zuchtbullen für den Natursprung. Die leichtkalbigen Kühe gebären ihre Kälber auf natürlichem Wege; hierbei wollen und müssen wir kaum eingreifen oder tierärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Unsere Kälber dürfen bis zur Geburt des nächsten Jahrganges bei den Mutterkühen leben – somit ist die Milch nur ihnen vorbehalten.

 

Die Tiere befinden sich während der Weidesaison, das heißt ca. sieben Monate, überwiegend auf Naturschutzflächen des Oberpfälzer Jura, wo sie für die Landschaftspflege der kräuter- und artenreichen Wiesen eingesetzt werden.

 

Im Winter sind unsere Rinder in mit Stroh eingestreuten Unterständen mit Auslaufmöglichkeit untergebracht, so dass sie selbst entscheiden können ob sie sich lieber drinnen oder draußen aufhalten möchten. In dieser Zeit erhalten Sie schmackhaftes Wiesenheu und Grassilage – auf Kraftfutter wird gänzlich verzichtet.

 

 

Vermarktung und Verkauf von Zuchttieren

 

Aufgrund der naturnahen, extensiven Haltungsform und des damit verbundenen langsamen Wachstums liefern unsere Tiere sehr schmackhaftes, feinfasriges, leicht marmoriertes, hochwertiges Fleisch.

 

Zusätzlich unterstützt wird das Erreichen der hohen Fleischqualität durch sanften Umgang mit den Tieren und stressfreies Schlachten sowie ausreichend lange Trockenreifung.

Unsere Produkte sind direkt bei uns ab Hof, beim BioMarkt Lothar Weber in Burglengenfeld, sowie in der gehobenen Gastronomie erhältlich.

 

Die Schlachtungen erfolgen überwiegend in den „kühlen“ Monaten, ab Oktober bis ins Frühjahr. Bei Interesse kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail oder Telefon.

Sollten Sie Herdbuch-Zuchttiere suchen, setzen Sie sich auch hier mit uns in Verbindung!

 

 

 

 

 

DE-ÖKO-037

Deutsche Landwirtschaft

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